Eine Wichteltür bastelst du am einfachsten aus Holzspateln oder Eisstielen: sechs bis sieben Stück nebeneinander legen, zwei Querleisten dahinter kleben, oben rund oder spitz zuschneiden, anmalen, Perle als Türknauf dran. Mit Trockenzeit bist du in etwa einer Stunde fertig. Wer kein Holz im Haus hat, nimmt Pappe aus einem Versandkarton, und für die Fußleiste reichen Knete oder ablösbare Klebepads, damit nichts kaputtgeht.
Hier bekommst du drei Anleitungen (Holz, Pappe, Salzteig), eine Übersicht, welche Variante zu dir passt, und viele Ideen für Zubehör, das du aus Kronkorken, Streichholzschachteln und Stoffresten selbst machst. Außerdem: wie du die Tür an der Fußleiste befestigst, ohne dass beim Abnehmen im Januar die Tapete mitkommt, und worauf du achten solltest, wenn ein Kleinkind mit im Haus wohnt.

Was eine Wichteltür eigentlich ist
Die Wichteltür ist eine kleine Tür, meist 12 bis 20 Zentimeter hoch, die im Advent an die Fußleiste oder Wand gestellt wird. Dahinter wohnt, so die Geschichte, ein Wichtel, der vom 1. bis 24. Dezember kleine Streiche spielt, Briefe schreibt oder Kleinigkeiten hinterlässt. Die Idee kommt aus Skandinavien, besonders aus Dänemark, und hat sich in den letzten Jahren auch bei uns in vielen Kinderzimmern und Fluren breitgemacht.
Die Tür selbst bleibt zu. Das ist die wichtigste Regel und gleichzeitig die praktischste: Wer sie öffnen will, entdeckt dahinter nur Wand. Viele Familien erzählen deshalb, dass der Wichtel nur nachts herauskommt und die Tür sonst magisch verschlossen ist. Was der Wichtel so alles anstellt, haben wir in unseren 30 Wichtelstreichen mit 24-Tage-Plan gesammelt. Hier geht es um die Tür und alles, was davor steht.
Welche Wichteltür passt zu dir?
| Holz (Holzspatel) | Pappe | Salzteig | |
|---|---|---|---|
| Zeit | ca. 1 Stunde plus Trocknen | ca. 45 Minuten | 1 Stunde plus 1–3 Tage Trocknen |
| Kosten | gering | fast null | fast null |
| Hält mehrere Jahre | ja | eher eine Saison | ja, wenn trocken gelagert |
| Mit Kindern | ab ca. 5 Jahren, Kleben macht ein Erwachsener | ab ca. 4 Jahren | ab ca. 3 Jahren |
| Look | klassisch, „echte“ Holztür | flexibel, jede Form möglich | rustikal, Steinmauer oder Torbogen |
Wenn du die Tür mehrere Jahre nutzen willst, nimm Holz. Wenn es schnell gehen soll oder die Kinder alles allein machen wollen, ist Pappe die entspanntere Wahl. Salzteig ist ideal für einen verregneten Novembersonntag, weil Kneten und Formen schon die halbe Beschäftigung sind.
Wichteltür aus Holz basteln
Das ist die Variante, die auf den meisten Fotos zu sehen ist, und sie ist leichter, als sie aussieht. Holzspatel sind breiter als normale Eisstiele und ergeben schöne „Bretter“. Mit schmalen Eisstielen geht es genauso, du brauchst dann nur ein paar mehr.
Du brauchst:
- 6 bis 7 Holzspatel (etwa 15 x 2 cm) für die Tür, 2 weitere für die Querleisten
- Heißklebepistole oder Holzleim
- Bleistift, Cutter oder stabile Haushaltsschere, Schleifpapier
- Acrylfarbe (Rot, Dunkelgrün oder Weiß sind Klassiker) und einen Pinsel
- Eine Holzperle, ein Knopf oder eine Musterbeutelklammer als Türknauf
- Optional: schwarzer Fotokarton oder Draht für Scharniere, ein kleines Fenster aus Bastelfolie
So geht’s
- Bretter legen: Leg die Holzspatel dicht nebeneinander auf den Tisch, die Rückseite nach oben. Sieben Stück ergeben eine Tür von rund 14 Zentimetern Breite und 15 Zentimetern Höhe. Ein Streifen Malerkrepp quer darüber hält alles zusammen, solange du klebst.
- Querleisten aufkleben: Schneide zwei Spatel auf Türbreite zu und kleb sie quer auf die Rückseite, eine etwa drei Zentimeter von unten, eine knapp unterhalb der späteren Rundung. Lass den Kleber gut fest werden.
- Form anzeichnen: Dreh die Tür um und zeichne oben einen Bogen oder eine Giebelspitze an. Für einen sauberen Bogen hilft ein Glas oder eine Untertasse als Schablone.
- Zuschneiden: Holzspatel sind dünn genug für einen Cutter. Schneide in mehreren Durchgängen statt mit viel Druck, sonst splittert das Holz. Die Kanten danach kurz mit Schleifpapier glätten.
- Anmalen: Zwei dünne Schichten Acrylfarbe decken besser als eine dicke. Wer es rustikal mag, tupft nach dem Trocknen etwas Weiß mit einem fast trockenen Pinsel über die Kanten.
- Details: Kleb den Türknauf auf, schneide zwei Scharniere aus schwarzem Karton oder biege sie aus Draht. Ein kleines Fenster aus einem Stück Transparentpapier, dahinter eine Mini-Lichterkette, sieht abends besonders schön aus.

Ein Tipp aus Erfahrung: Kleb unten vor die Tür einen weiteren Spatel als Schwelle. Dann steht die Tür stabiler, und die Mini-Fußmatte hat einen festen Platz.
Wichteltür aus Pappe basteln
Für die Papp-Variante reicht ein alter Versandkarton. Wellpappe ist stabil, lässt sich gut schneiden, und die Rillen kannst du als Holzmaserung nutzen, wenn du die oberste Papierschicht in Streifen abziehst.
Du brauchst:
- Ein Stück Wellpappe, etwa 20 x 15 cm
- Cutter und Schneideunterlage, Lineal, Bleistift
- Acrylfarbe oder Plakafarbe, einen weißen oder hellen Stift für Maserung und Ränder
- Einen Knopf, eine Perle oder eine Musterbeutelklammer als Knauf
- Bastelkleber oder Heißkleber
So geht’s
- Zeichne die Türform auf die Pappe. Für einen Rahmen schneidest du die gleiche Form noch einmal einen Zentimeter größer aus und klebst die Tür mittig darauf.
- Ritz mit dem Cutter senkrechte Linien im Abstand von etwa zwei Zentimetern in die Oberfläche. Das sind später die Bretter.
- Mal die Tür an. Dunkelgrün mit weißen Linien sieht nach Schwedenhaus aus, Rot mit Gold nach klassischem Weihnachtswichtel.
- Kleb den Knauf auf und, wenn du magst, ein kleines Schild oder ein Hufeisen aus Draht.
- Damit die Papptür nicht umkippt, kleb hinten unten einen kleinen Pappkeil als Stütze an.

Papp-Türen sind auch die beste Lösung, wenn mehrere Kinder jeweils ihre eigene Tür wollen. Jedes gestaltet seine, und am Ende stehen im Flur drei Wichtelwohnungen nebeneinander. Das gibt erstaunlich wenig Streit, weil jeder Wichtel sein eigenes Revier hat.
Wichteltür aus Salzteig oder Modelliermasse
Salzteig eignet sich besonders für Türen mit Steinbogen, kleinen Treppenstufen oder einem Mauerrahmen. Das Grundrezept kennst du vielleicht noch aus dem Kindergarten: zwei Tassen Mehl, eine Tasse Salz und knapp eine Tasse Wasser zu einem glatten Teig verkneten. Ein Esslöffel Öl macht ihn geschmeidiger.
- Roll den Teig etwa einen Zentimeter dick aus und schneide die Türform aus.
- Drück mit dem Messerrücken die Bretterlinien hinein, mit einem Zahnstocher die Maserung. Für einen Steinbogen formst du kleine Teigkugeln, drückst sie flach und setzt sie rund um die Tür.
- Steck den Türknauf (eine Perle) direkt in den feuchten Teig, das hält besser als später angeklebt.
- Lass alles langsam trocknen: ein bis zwei Tage an der Luft, dann bei niedriger Temperatur im Backofen fertig trocknen, bis auch die Rückseite hart ist. Zu viel Hitze am Anfang lässt den Teig aufgehen.
- Erst wenn er ganz durchgetrocknet ist, bemalen und mit Klarlack versiegeln. Sonst zieht er Feuchtigkeit und wird weich.
Lufttrocknende Modelliermasse aus dem Bastelladen funktioniert genauso, nur ohne Backofen. Sie ist etwas teurer, schrumpft aber weniger und reißt seltener.
Wichteltür an der Fußleiste befestigen, ohne Schäden
Viele Wichteltüren stehen einfach an der Fußleiste, und das reicht meistens. Spätestens wenn der Staubsauger oder der Hund vorbeikommt, liegt die Tür aber flach. Ein paar Möglichkeiten, die sich bewährt haben:
- Knete oder Haftmasse: Zwei erbsengroße Kugeln hinten an die Tür, fest andrücken. Lässt sich rückstandsarm wieder abnehmen. Auf hellen Tapeten vorher an einer unauffälligen Stelle testen, manche Knete hinterlässt Fettflecken.
- Ablösbare Klebestreifen: Halten gut auf glatten, lackierten Fußleisten. Auf Tapete und Raufaser würde ich sie nicht empfehlen, da kann beim Abziehen ein Stück mitgehen.
- Einfach anlehnen mit Stütze: Hinten einen kleinen Holzklotz ankleben, der Rest erledigt die Schwerkraft. Nichts klebt an der Wand.
- Fester Untergrund: Stell die Tür auf ein kleines Brett, eine Baumscheibe oder einen Untersetzer. Darauf haben Tür, Fußmatte und Laterne Platz, und du kannst das ganze Ensemble zum Staubsaugen einfach anheben.
Für Mietwohnungen ist die Baumscheiben-Lösung die entspannteste. Und sie hat noch einen Vorteil: Du kannst die Wichtelwohnung später ins Regal oder auf die Fensterbank umziehen lassen, ohne etwas abzulösen.
Wichteltür-Zubehör selber machen
Das Zubehör macht aus einer Tür eine Wichtelwohnung. Fast alles lässt sich aus Dingen basteln, die sowieso in der Krimskrams-Schublade liegen:
- Fußmatte: Ein Stück Kokosmatte, Filz oder ein grober Topfschwamm, auf etwa 5 x 3 cm zugeschnitten.
- Briefkasten: Eine leere Streichholzschachtel rot anmalen, oben einen Schlitz schneiden, auf einen Zahnstocher oder Holzspieß kleben und den in Knete stecken.
- Wäscheleine: Zwei Zahnstocher in kleine Knetkugeln, dazwischen ein Stück Bindfaden. Daran hängen Mini-Socken aus Filz oder abgeschnittene Babysocken-Spitzen mit halbierten Holzklammern.
- Laterne: Einen Kronkorken als Dach, darunter ein kleines Teelichtglas oder ein Fingerhut, dazu eine LED-Mini-Lichterkette. Alternativ eine Perle auf einem Zahnstocher als Straßenlaterne.
- Holzstapel: Kleine Zweigstücke, mit etwas Bindfaden zusammengebunden.
- Mini-Weihnachtsbaum: Ein Tannenzapfen, grün angemalt oder natur, mit Perlen als Kugeln.
- Bank: Drei Eisstiele, zwei Weinkorken-Scheiben als Beine.
- Wichtelbriefe: Winzig klein geschrieben, gefaltet und mit einem Tropfen Wachs verschlossen. Ideen für Wichtelbriefe findest du bei den Wichtelstreichen.

Und weil zu einem Wichtel natürlich eine Mütze gehört: Eine kleine Filzmütze an einen Haken neben die Tür gehängt, sieht aus, als wäre gerade jemand nach Hause gekommen. Die Anleitung dafür steht bei Wichtelmütze basteln, für den Wichtel-Maßstab einfach auf etwa vier Zentimeter Höhe verkleinern.
Wer weniger basteln und trotzdem viel Ausstattung will, kann fertiges Miniatur-Zubehör kaufen. Das passt gut zu einer selbst gemachten Tür und spart dir an hektischen Abenden Zeit.
Ideen zum Inszenieren
Eine Wichteltür, die 24 Tage lang genau gleich aussieht, wird schnell zur Fußleiste mit Deko. Kleine Veränderungen halten die Spannung:
- Ankündigung mit Baustelle: Ein paar Tage vor dem 1. Dezember steht an der Stelle eine „Baustelle“ mit Absperrband aus rot-weißem Washi-Tape, Mini-Leiter und Sägespänen. Am 1. Dezember ist die Tür dann plötzlich da.
- Fußspuren: Mit einem Finger in Mehl getupft oder mit Puderzucker durch eine Schablone gestäubt. Führen zum Kühlschrank oder zur Keksdose.
- Jahreszeit im Kleinen: Watte als Schnee, an einem Morgen plötzlich ein Schneemann aus drei Wattebällchen.
- Licht: Eine Mini-Lichterkette mit Timer im Fenster der Tür. Wenn sie abends angeht, „ist der Wichtel zu Hause“.
- Post: Zwei- oder dreimal pro Woche ein Brief im Streichholz-Briefkasten. Kinder schreiben oft begeistert zurück.
- Abschied: Am 24. Dezember liegt ein Abschiedsbrief vor der Tür, und die Fußmatte ist eingerollt. So endet die Wichtelzeit klar, und keiner fragt am 27. Dezember, warum nichts mehr passiert.
Wenn du die Wichteltür mit einem Adventskalender verbinden willst, stell die 24 Päckchen einfach rund um die Tür auf. Wie du einen Kalender selbst machst, steht in unserer Anleitung Adventskalender basteln.
Fertiges Set als Alternative
Nicht jeder hat im November Lust oder Zeit für ein weiteres Bastelprojekt. Dann ist ein fertiges Wichteltür-Set eine faire Abkürzung. Die meisten enthalten eine Tür, einiges an Zubehör und oft vorgedruckte Wichtelbriefe. Gut funktioniert auch eine Mischung: Set kaufen und die Kinder bauen zusätzlich Briefkasten, Fußmatte oder einen Holzstapel dazu. Dann ist es trotzdem ihre Wichtelwohnung.
Sicherheit bei Kleinkindern
Miniatur-Zubehör ist genau das, was Kinder unter drei Jahren gern in den Mund stecken. Wenn ein Baby oder Kleinkind im Haushalt lebt, lohnt sich ein kurzer Check:
- Höhe: Statt an der Fußleiste die Tür lieber auf einer Kommode, im Regal oder auf der Fensterbank aufstellen.
- Kleinteile festkleben: Perlen, Mini-Tassen und Ähnliches mit Heißkleber auf einem Brett fixieren statt lose hinzulegen. Als grobe Faustregel gilt: Was durch eine Klopapierrolle passt, ist für Kinder unter drei Jahren zu klein.
- Batterien: Viele Mini-Lichterketten laufen mit Knopfzellen. Die sind für kleine Kinder gefährlich, wenn sie verschluckt werden. Batteriefach immer verschlossen und außer Reichweite halten.
- Keine echten Kerzen: Für die Laterne ausschließlich LED-Licht verwenden.
- Salzteig: Viel Salz ist für Kinder und Haustiere nicht gesund. Die getrocknete Tür also nicht in Reichweite von Hund oder Kleinkind stellen.
Häufige Fehler beim Wichteltür basteln
- Zu groß gebaut: Eine 30 Zentimeter hohe Tür wirkt eher wie eine Katzenklappe. 12 bis 20 Zentimeter sind ideal.
- Zu viel Kleber auf einmal: Heißkleber quillt zwischen den Spateln hervor und lässt sich auf der Vorderseite schlecht wegmachen. Klebe immer von hinten.
- Ungrundierte Pappe: Wasserfarbe weicht Pappe auf, die Tür wellt sich. Lieber Acryl oder Plakafarbe nehmen.
- Kein Plan für den 25. Dezember: Überleg dir vorher, ob der Wichtel abreist oder im nächsten Jahr wiederkommt. Dann kannst du die Tür einfach in einer Schachtel mit dem Zubehör verstauen.
Häufige Fragen zur Wichteltür
Ab wann stellt man die Wichteltür auf?
Meist zum 1. Dezember, damit die Wichtelzeit mit dem Advent beginnt. Wer eine Baustelle als Ankündigung aufbauen möchte, startet ein paar Tage vorher, etwa am letzten Novemberwochenende.
Was klebt man hinter die Wichteltür?
Nichts, wenn die Tür geschlossen bleibt. Für Türen, die sich öffnen lassen, kleben viele ein ausgedrucktes Bild einer kleinen Treppe oder eines Ganges dahinter. Das funktioniert, macht aber neugierige Kinder erfahrungsgemäß noch neugieriger.
Warum darf man die Wichteltür nicht öffnen?
Weil es so in der Geschichte zum Wichtel gehört, und weil dahinter sonst nur Wand ist. Viele Familien erzählen, dass sich die Tür nur nachts für den Wichtel öffnet.
Wo stellt man die Wichteltür am besten hin?
An einen Ort, an dem die Kinder morgens vorbeikommen, aber nicht ständig dagegen laufen: im Flur, im Wohnzimmer an der Fußleiste oder im Kinderzimmer. Bei Kleinkindern lieber erhöht auf einer Kommode.
Wie befestigt man eine Wichteltür ohne Bohren?
Mit Knete oder Haftmasse, mit ablösbaren Klebestreifen auf glatter, lackierter Fußleiste oder ganz ohne Kleben auf einem kleinen Brett oder einer Baumscheibe, die du einfach an die Wand stellst.
Wie groß sollte eine Wichteltür sein?
Zwischen 12 und 20 Zentimetern hoch. Sechs bis sieben Holzspatel mit 15 x 2 Zentimetern ergeben eine Tür von etwa 13 x 15 Zentimetern, die gut zu typischem Miniatur-Zubehör passt.



