Ein selbst gebastelter Adventskalender ist meistens an einem Nachmittag fertig, kostet weniger als ein gekaufter und lässt sich genau auf die Person zuschneiden, die ihn bekommt. Am schnellsten geht es mit 24 Papiertüten an einer Schnur. Wer mehr Zeit hat, faltet kleine Schachteln aus Papier, und für Erwachsene funktionieren Umschläge mit kleinen Gutscheinen oft besser als 24 Süßigkeiten.
In diesem Artikel findest du sieben Varianten, von „in einer Stunde erledigt“ bis „Projekt fürs Wochenende“. Bei jeder steht, was du brauchst, wie lange es ungefähr dauert und worauf du achten solltest. Danach geht es um die Frage, die fast alle beschäftigt: Was kommt eigentlich hinein?
Die sieben Ideen auf einen Blick
Bevor du loslegst, hilft ein kurzer Vergleich. Der größte Unterschied liegt nicht im Aussehen, sondern darin, wie viel Platz die Hüllen bieten und wie lange das Basteln dauert.
| Idee | Zeitaufwand | Platz pro Türchen | Gut für |
|---|---|---|---|
| Papiertüten an der Leine | ca. 1 Stunde | groß | Einsteiger, alle Altersgruppen |
| Klorollen-Kalender | 2–3 Stunden | klein | Basteln mit Kindern |
| Streichholzschachteln | 2 Stunden | sehr klein | Schmuck, Zettel, Mini-Überraschungen |
| Säckchen am Ast | 1–2 Stunden | mittel | Deko-Fans, natürlicher Look |
| Gefaltete Papierschachteln | 3–4 Stunden | klein bis mittel | Geduldige, Origami-Liebhaberinnen |
| Umschläge im Rahmen | 1–2 Stunden | flach | Erwachsene, Gutscheine, Zeit statt Zeug |
| Bücher-Adventskalender | ca. 1 Stunde (Einpacken) | groß | Familien mit Kindern |
Bevor du anfängst: drei Entscheidungen, die dir später Ärger sparen
Erstens: Was soll hinein? Klingt banal, entscheidet aber über alles. Ein Lippenpflegestift passt in keine Streichholzschachtel, ein Paar Socken in keine Klorolle. Überlege dir deshalb grob den Inhalt, bevor du die Hülle auswählst, nicht umgekehrt.
Zweitens: Wo hängt oder steht der Kalender? Eine Leine mit 24 Tüten braucht gut zwei Meter Platz. Wenn du nur ein Regalbrett hast, sind Schachteln oder Rollen in einer Kiste die bessere Wahl.
Drittens: Wie kommen die Zahlen drauf? Handschrift wirkt persönlich, wird bei 24 Stück aber schnell ungleichmäßig. Zahlenaufkleber oder ein Stempelset sorgen für ein ruhiges Gesamtbild. Ein guter Trick: Schreib die Zahlen mit Bleistift vor und zieh sie erst nach, wenn alle 24 gleichmäßig aussehen.
1. Adventskalender aus Papiertüten an der Leine
Das ist der Klassiker, und das zu Recht: schnell gemacht, viel Platz für die Füllung und auch bei wenig Bastelerfahrung ein schönes Ergebnis. Braune Kraftpapiertüten wirken schlicht und skandinavisch, bedruckte Tüten sind etwas verspielter.

Du brauchst: 24 kleine Papiertüten, 24 Mini-Holzklammern, etwa zwei bis drei Meter Juteschnur, Zahlen (Aufkleber, Stempel oder Stift) und nach Lust und Laune Tannengrün oder Washi-Tape.
So geht’s:
- Spanne die Schnur zuerst leer auf, zum Beispiel zwischen zwei Nägeln, an einer Gardinenstange oder am Treppengeländer. So siehst du, wie viel Abstand zwischen den Tüten bleibt.
- Befülle die Tüten und falte die Oberkante zweimal etwa zwei Zentimeter um. So bleibt sie zu, auch ohne Kleber.
- Bring die Zahlen auf der umgefalteten Kante oder mittig auf der Tüte an.
- Klammere die Tüten in der richtigen Reihenfolge an die Schnur, oder bewusst durcheinander, dann wird das Suchen jeden Morgen zum kleinen Spiel.
Unser Tipp: Hänge die Leine leicht durchhängend auf, nicht straff gespannt. Dann verteilt sich das Gewicht besser und die Tüten rutschen nicht alle in die Mitte.
Wer sich das Zusammensuchen der Einzelteile sparen möchte, greift zu einem fertigen Set*, in dem Tüten, Klammern, Zahlen und Schnur schon zusammenpassen.
2. Klorollen-Adventskalender: das Projekt für Kinder
Über Wochen gesammelte Klopapierrollen werden hier zu kleinen Bonbons. Die Variante ist günstig und kinderleicht. Ab etwa vier Jahren können Kinder beim Bekleben und Verzieren gut mithelfen, das Zuklappen der Enden übernehmen eher die Großen. Ein Nachteil: In eine Rolle passt nicht viel. Für Schokolade, kleine Figuren oder einen Zettel mit einer Aufgabe reicht es aber.

Du brauchst: 24 Klopapierrollen, Bastel- oder Geschenkpapier, Klebestift, Schere, Bäckergarn oder Band, Zahlen.
So geht’s:
- Beklebe die Rollen mit Papier. Lass dabei an beiden Enden ein paar Zentimeter überstehen, dann kannst du sie wie ein Bonbon zudrehen und mit Garn zubinden.
- Alternativ: Drück ein Ende der Rolle flach und biege die beiden Seiten nach innen, sodass zwei Halbmonde entstehen. Befüllen, dann das andere Ende genauso schließen.
- Zahlen aufkleben und die Rollen in eine flache Holzkiste, einen Korb oder ein Glas stellen.
Noch mehr Ideen für die Rollen, die über Weihnachten hinausgehen, findest du in unserem Artikel zum Basteln mit Klorollen.
Unser Tipp: Rot-weißes Bäckergarn macht aus schlichten Rollen sofort etwas Weihnachtliches, und Kinder können damit das Zubinden üben.
3. Mini-Adventskalender aus Streichholzschachteln
Wenn der Inhalt klein ist, zum Beispiel ein Paar Ohrringe, ein Glückskeks-Spruch oder ein Teebeutel, sind Streichholzschachteln ideal. Haushaltsschachteln (ungefähr 5 × 3,5 cm) lassen sich mit Papier bekleben und zu einer kleinen Kommode stapeln. Leere Schachteln bekommst du günstig im Bastelbedarf, dann musst du nicht 24 Packungen Streichhölzer leeren.
So geht’s: Schachtelhülle mit Papier bekleben, Schublade mit einem kontrastfarbenen Papier auskleiden, eine kleine Perle oder einen Musterbeutelklammer-Kopf als Griff durch die Stirnseite stecken. Zum Schluss sechs Reihen à vier Schachteln aufeinanderkleben, und schon steht dein Kalender im Regal.
Worauf du achten solltest: Klebe die Schachteln erst übereinander, wenn der Kleber an jeder einzelnen trocken ist. Sonst verrutscht der Turm, und die Schubladen klemmen.
4. Säckchen am Ast: der natürliche Look
Ein Ast aus dem Wald, 24 Stoff- oder Jutesäckchen und etwas Grün: Diese Variante sieht im Flur oder über dem Sofa fast aus wie Deko aus dem Einrichtungsladen. Die Säckchen lassen sich jedes Jahr wiederverwenden, und gerade das macht die Idee nachhaltig.

Du brauchst: einen trockenen Ast (ca. 60–80 cm), Schnur zum Aufhängen, 24 Säckchen, Zahlenanhänger, etwas Tannengrün oder Eukalyptus.
So geht’s:
- Lass einen frisch gesammelten Ast ein paar Tage im Haus trocknen und klopf ihn draußen gut ab, damit keine kleinen Bewohner mit ins Wohnzimmer ziehen.
- Knote an beiden Enden eine Schnur fest und häng den Ast an einen Haken.
- Binde die Säckchen in unterschiedlichen Längen an den Ast. Drei oder vier Reihen versetzt wirken lebendiger als eine gerade Linie.
- Zum Schluss ein paar Zweige Grün zwischen die Bänder stecken.
Unser Tipp: Hänge schwere Säckchen nach außen an die Enden des Astes, leichte in die Mitte. So hängt der Ast gerade.
5. Gefaltete Papierschachteln (Masu-Boxen)
Diese kleinen Schachteln werden ganz ohne Kleber aus einem quadratischen Blatt gefaltet. Aus Papier im Format 15 × 15 cm entsteht eine Schachtel mit gut 5 cm Kantenlänge. Für einen Deckel nimmst du ein minimal größeres Blatt. Das Falten der ersten Schachtel dauert ein paar Minuten, ab der fünften hast du den Dreh raus. Gestapelt als Pyramide oder aufgereiht auf dem Fensterbrett sehen sie richtig edel aus.

Worauf du achten solltest: Nimm Papier mit etwa 80 bis 120 g/m². Normales Kopierpapier ist zu weich, dicker Karton bricht an den Kanten. Zieh jeden Falz mit dem Fingernagel oder einem Falzbein scharf nach. Je präziser die ersten Falten, desto sauberer schließt die Schachtel.
Wer gern faltet, findet bei unseren Papiersternen gleich passende Deko für die restliche Wohnung.
6. Umschläge im Rahmen: der Adventskalender für Erwachsene
Viele Erwachsene freuen sich weniger über 24 Kleinigkeiten als über gemeinsame Zeit. Genau dafür ist diese Variante gedacht: 24 Briefumschläge mit Gutscheinen, kleinen Briefen oder Aufgaben, aufgereiht an einer Schnur oder im großen Bilderrahmen ohne Glas.

So geht’s: Spanne in einen großen Holzrahmen (ohne Glas und Rückwand) mehrere Schnüre waagerecht. Alternativ reicht eine Schnur quer über die Wand. Häng die beschrifteten Umschläge mit Mini-Klammern daran. Getrocknete Orangenscheiben und Zimtstangen dazwischen sehen nicht nur schön aus, sie duften auch.
Unser Tipp: Mische große und kleine Inhalte. Ein Umschlag mit „Heute koche ich“ steht neben einem mit „Frühstück im Bett am Sonntag“ und einem, in dem nur ein schönes Zitat liegt. Dann bleibt es bis zum 24. spannend.
Falls du die Umschläge selbst falten möchtest: Wie das aus einem einfachen Blatt Papier klappt, zeigen wir in unserer Anleitung zum Briefumschlag basteln.
7. Bücher-Adventskalender für die ganze Familie
Für diese Idee wird gar nichts gebastelt, nur eingepackt. Du wickelst 24 Kinderbücher einzeln ein (gern auch gebrauchte, aus der Bücherei geliehene oder solche, die schon im Regal stehen und eine Weile vergessen waren) und nummerierst sie. Jeden Abend wird ein Päckchen geöffnet und gemeinsam gelesen. Das Ritual ist oft das, woran sich Kinder später am meisten erinnern.
Unser Tipp: Leg Bücher, die zu bestimmten Tagen passen, gezielt auf diese Tage, zum Beispiel ein Nikolausbuch auf den 6. Dezember und die Weihnachtsgeschichte auf den 24.
Was kommt rein? Füllideen für jeden Geschmack
Die Hülle ist schnell gebastelt. Die Füllung ist es, die viele vor sich herschieben. Diese Ideen helfen beim Planen:
Für Kinder: kleine Figuren, Sticker, Haarspangen, Knete, Seifenblasen, Mini-Puzzles, ein Zettel mit „Heute darfst du das Abendessen aussuchen“ oder „Plätzchen backen am Nachmittag“. Tipp: Nicht jeden Tag etwas Süßes, sonst ist die Spannung nach einer Woche weg.
Für Frauen: Handcreme, Lippenpflege, Teesorten, ein schöner Notizblock, Haargummis aus Seide, Duftkerzen in Teelichtgröße, Badesalz, ein Rezept mit dem Versprechen, es zusammen zu kochen.
Für Männer: besondere Gewürze oder Grillsaucen in Probiergrößen, gute Schokolade, Socken (in die Tüten-Variante), ein Kinogutschein, kleine Werkzeug-Bits, Rätselhefte.
Kostenlose Ideen: selbst gebackene Plätzchen, handgeschriebene Erinnerungen („Weißt du noch, als …“), Gutscheine für Rückenmassage, Spieleabend oder Spaziergang, ein ausgedrucktes Lieblingsfoto, ein Rätsel, dessen Lösung zu einer Überraschung am 24. führt.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
- Zu spät angefangen: Wer am 30. November bastelt, findet abends oft nicht mehr alles im Laden. Plane die Füllung zwei Wochen vorher, die Hülle kann dann auch kurzfristig entstehen.
- Zu schwer befüllt: Papiertüten reißen an den Klammern, wenn zu viel drin ist. Schweres in die Tüten mit doppelt umgeschlagener Kante, leichtes in die Säckchen.
- Schokolade an der Heizung: Kalender nicht direkt über die Heizung hängen. Was im Oktober noch fest ist, ist im Dezember sonst eine Pfütze.
- Zahlen durcheinandergebracht: Leg vor dem Aufhängen alle 24 Teile in der Reihenfolge auf den Tisch und hake sie auf einer Liste ab. Es fehlt erstaunlich oft die 17.
Lust auf mehr? In unserer Rubrik Weihnachten basteln findest du weitere Ideen, etwa unsere Weihnachtsdeko aus Kaffeefiltern.
Häufige Fragen zum Adventskalender basteln
Was kann man für den Adventskalender basteln?
Fast jede Hülle mit 24 Fächern eignet sich: Papiertüten, Klorollen, Streichholzschachteln, Stoffsäckchen, gefaltete Papierschachteln oder Umschläge. Entscheidend ist, dass die Größe zum geplanten Inhalt passt.
Wie lange dauert es, einen Adventskalender selbst zu basteln?
Je nach Variante zwischen einer Stunde (Papiertüten an der Leine) und einem halben Tag (gefaltete Schachteln). Das Befüllen dauert meist länger als das Basteln selbst.
Was ist der einfachste Adventskalender zum Selberbasteln?
Papiertüten mit Klammern an einer Schnur. Du brauchst kein besonderes Geschick, und Fehler lassen sich jederzeit korrigieren.
Was kann man in einen Adventskalender für Erwachsene tun?
Neben Kleinigkeiten wie Tee, Handcreme oder guter Schokolade kommen bei Erwachsenen Gutscheine für gemeinsame Zeit besonders gut an, zum Beispiel ein Kinoabend, ein gekochtes Lieblingsessen oder ein Spaziergang.
Welche kostenlosen Ideen gibt es für einen Adventskalender?
Selbst gebackene Plätzchen, handgeschriebene Briefe, Fotos, Rätsel und Gutscheine für Hilfe im Alltag oder gemeinsame Unternehmungen kosten kaum etwas und bleiben oft am längsten in Erinnerung.
Ab wann sollte man den Adventskalender basteln?
Mitte November ist ein guter Zeitpunkt. Dann bleibt genug Puffer, um Material zu besorgen und in Ruhe zu befüllen, bevor am 1. Dezember das erste Türchen dran ist.
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